Automatisierung im produzierenden Gewerbe erhält regionale Arbeitsplätze

Im deutsch-dänischen produzierende Gewerbe hat es in den vergangenen Jahren eine Tendenz zur Auslagerung von Arbeitsplätzen ins preiswertere Ausland gegeben. Diesem Trend lässt sich jedoch mit neuen, automatisierten Produktionssystemen und -prozessen entgegenwirken. Automatisierung hilft dem produzierenden Gewerbe dabei, ihre Wettbewerbsfähigkeit zu steigern und somit die Arbeitsplätze in der Region zu halten.

Das EU-projekt InProReg hat sich zum Ziel gesetzt, die regionalen Unternehmen in der deutsch-dänischen Grenzregion durch Automatisierungslösungen zu stärken. Jetzt haben zwei der Partner gemeinsam eine erste Plattform zum Austausch und zur Vernetzung über die Grenzen hinweg geschaffen. Der Projektpartner Kieler Wirtschaftsförderung (KiWi) und die EDUR Pumpenfabrik Eduard Redlien GmbH & Co. KG, die als Netzwerkpartner eins der ersten Unternehmen ist, das mithilfe von InProReg Automatisierungslösungen umsetzt, haben Ende Mai ihre Türen für 55 regionale Akteure von insgesamt 40 deutschen und dänischen Unternehmen im Rahmen eines Workshops in den Räumlichkeiten der Pumpenfabrik geöffnet.

EDUR hat Automatisierungsmaßnahmen für die Werkanlagen eingeleitet. Hierbei geht es nicht um den Zukauf einer Software, sondern es müssen zunächst sämtliche Prozesse auf den Prüfstand gestellt werden,

so Dr. Glenny Holdhof, Geschäftsführerin der EDUR Pumpenfabrik. Hierzu wurde ein abteilungsübergreifendes Projektteam zusammengestellt.

In einer Werksführung durften die Gäste des Automatisierungsforums hinter die Kulissen der Produktion bei der Pumpenfabrik blicken. Darüber hinaus berichtete Dr. Henning Bähren, Geschäftsführer der punker GmbH, darüber, wie schlanke Fertigungsprozesse zu mehr Effizienz und damit zu mehr Wettbewerbsfähigkeit führen. Punker GmbH stellt Ventilationsräder in Eckernförde her. Die Firma erhält im Rahmen von InProReg Unterstützung von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU). Prof. Dr. Thomas Meurer, Leiter des Lehrstuhls für Regelungstechnik der technischen Fakultät, strebt eine Automatisierung der Fertigungsprozesse durch Realisierung eines geschlossen Regelkreises mit Informationsrückgewinnung an. So können z. B. beim Einsatz von Robotern Fehler in der Fertigung vermieden werden, indem kamera- oder laserbasierte Vermessungen der Geometrie stattfinden, die wiederum zur entsprechenden Online-Pfadplanung und Regelung des Roboters genutzt werden.

Der offizielle Teil des ersten deutsch-dänischen Automatisierungsforums schloss mit einer Präsentation von Morten Nielsen, Cluster Manager des Innovationsnetzwerks Robocluster aus Odense, das zum Ziel hat, Partner für Automatisierungsprojekte zusammenzubringen und das wissen um Automatisierung und den Einsatz von Robotern zu teilen.

Die Veranstaltung wurde sehr gut angenommen und hat bereits mehrere Sondierungsgespräche mit interessierten Unternehmen mit sich gebracht.

Die Kieler Wirtschaftsförderung ist jedoch auch weiterhin auf der Suche nach Unternehmen, die sich mit der Automatisierung ihrer Produktion beschäftigen wollen oder müssen. Ansprechpartner beim KiWi ist Dr. Andreas Borchardt:

Automatisierungslösungen können einen großen Teil zur Erhaltung und zum Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit von kleinen und mittelständischen Unternehmen beitragen. Mit dem Projekt haben wir die Möglichkeit, Unternehmen mit praxisorientierten Forschungspartnern oder anderen Unternehmen in einen gezielten Austausch zu bringen. Außerdem unterstützen wir bei der Beantragung von Fördermitteln.

Interessierte Unternehmen melden sich gerne unter den diesen Kontaktdaten bei ihm.

Eine Folgeveranstaltung in diesem Format ist für September/Oktober im Raum Rendsburg geplant. Nähere Informationen dazu werden Sie dann auf unserer Homepage finden.

(Text: KiWi Kiel/Zora Rubahn)​
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